Lohnt sich der Quereinstieg in die Security-Branche?
Die Sicherheitsbranche in Deutschland boomt wie selten zuvor. Immer mehr Unternehmen, Veranstaltungen und öffentliche Einrichtungen benötigen qualifiziertes Schutzpersonal. Das macht den Sicherheitsdienst zu einer der krisensichersten Fachbranchen überhaupt.
Für Quereinsteiger aus der Gastronomie, dem Einzelhandel, Handwerk oder der Logistik bietet die Sicherheitsbranche eine hervorragende Chance auf einen echten Neuanfang. Warum? Weil hier nicht ein ellenlanger, makelloser Lebenslauf zählt, sondern Charakterfestigkeit, Zuverlässigkeit und ein einwandfreies Führungszeugnis.
Die spannendsten Berufe im Sicherheitsdienst
Als Quereinsteiger stehen dir nach einer kurzen bundesweit anerkannten Basisqualifikation zahlreiche Türen offen. Die Einsatzbereiche sind extrem vielfältig und krisensicher:
- Objektschutz & Werkschutz: Bewachung von Bürogebäuden, Industrieanlagen oder Großbaustellen.
- Empfangs- und Pfortendienst: Repräsentative Zugangskontrollen und Besucherempfang in großen Firmen.
- Veranstaltungsschutz (Events): Schutz und Sicherheit bei Fußballspielen, Konzerten oder Business-Messen gewährleisten.
- Flüchtlingsunterkünfte: Sensibler und wichtiger Schutz von Asylbewerberheimen im kommunalen Auftrag.
- Revier- und Streifendienst: Mobile Kontrollfahrten in der Nacht oder entspanntes Arbeiten am Wochenende.
- Aviation Security (Luftsicherheit): Spannende Kontrollen am Flughafen (erfordert oftmals eine interne Zusatzqualifikation).
Die wichtigste Voraussetzung: Die Sachkundeprüfung §34a
Das wichtigste Dokument, das du als Quereinsteiger im Sicherheitsdienst zwingend benötigst, ist die sogenannte Sachkundeprüfung nach §34a der Gewerbeordnung (GewO). Ohne diesen "Führerschein der Sicherheitsbranche" darfst du in den meisten hochwertigen Bereichen nicht eigenverantwortlich arbeiten.
Die extrem gute Nachricht: Du musst dafür keine dreijährige klassische Ausbildung absolvieren. Die Vorbereitung auf die Prüfung vor der lokalen Industrie- und Handelskammer (IHK) dauert in der Regel nur wenige intensive Wochen in Voll- oder Teilzeit.
Wie hoch sind die Kosten für den §34a Schein?
Wenn du den Schein komplett privat bezahlst, kommen schnell erhebliche Kosten für empfohlene Vorbereitungskurse, Schulungsmaterial und die reinen IHK-Prüfungsgebühren von 800 € bis zu 2.000 € auf dich zu. Aber Vorsicht: Zahlen musst du das als Arbeitssuchender fast nie!
Über einen offiziellen Bildungsgutschein vom Jobcenter oder der Agentur für Arbeit werden die gesamten Kosten für den Kurs und die IHK-Prüfung zu 100 % vom Staat übernommen. Wir bei der ZSBV helfen dir bundesweit kostenfrei dabei, diesen Gutschein erfolgreich für passende Kurse einzulösen und unterstützen dich nach bestandener Prüfung intensiv dabei, in Arbeit bei unseren zertifizierten Partnern zu kommen.
Was verdient man als Quereinsteiger im Sicherheitsdienst (Gehalt)?
Das Gehalt im Sicherheitsdienst ist tarifvertraglich geregelt und bietet schon beim Einstieg finanzielle Planungssicherheit. Als Quereinsteiger mit erfolgreich abgelegter §34a Sachkundeprüfung steigst du zumeist mit ca. 18,00 € bis 19,50 € Stundenlohn ein.
Das eigentliche Geheimnis sind jedoch die steuerfreien Zulagen. Zusätzlich zum tariflichen Grundlohn machen die gesetzlichen, steuerfreien Zuschläge den Job finanziell besonders im Schichtdienst extrem attraktiv:
- Nachtschichtzuschlag: Oft zwischen 15 % und 25 % steuerfrei on top pro Stunde.
- Sonntagszuschlag: Häufig 25 % bis 50 % Zuschlag für Arbeitstage am Sonntag.
- Feiertagszuschlag: Bis zu 100 % steuerfreier Zuschlag an gesetzlichen Feiertagen.
Mit Schichtdienst und Wochenendarbeit kommen Berufseinsteiger schnell und verlässlich auf ein monatliches Bruttogehalt von 2.850 € bis 3.400 € (plus steuerfreie Netto-Zulagen) – und das direkt im ersten Jahr nach Ihrem Einstieg.
FAQ: Häufige Fragen zum Quereinstieg
Brauche ich bestimmte Vorerfahrung in der Security?
Nein, absolut nicht. Die Sicherheitsbranche ist perfekt für Quereinsteiger ausgelegt. Das gesamte benötigte rechtliche und praktische Fachwissen eignest du dir kompakt im Vorbereitungskurs zum §34a Schein an. Wichtiger im echten Joballtag sind menschliche Eigenschaften wie Pünktlichkeit, Deeskalationsfähigkeit und 100%ige Zuverlässigkeit.
Welche formalen Kriterien muss ich zwingend für den Job erfüllen?
Du musst mindestens volljährig (18 Jahre alt) sein, zwingend ein leeres, einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis vorweisen können und über solide Deutschkenntnisse verfügen, da interne Kommunikation und die Dokumentation von Wachprotokollen im Sicherheitsdienst wichtig sind.
Wie alt darf ich maximal für den Quereinstieg sein?
Es gibt im Sicherheitsgewerbe keine feste Altersgrenze nach oben! Im Gegenteil: Im Sicherheitsdienst werden Lebenserfahrung, ein ruhiges Auftreten und natürliche Autorität sehr geschätzt. Auch engagierte Bewerber über 40, 50 oder sogar 60 Jahren haben noch hervorragende Jobchancen im Objekt-, Werkschutz- oder Pfortendienst.
Werden die Kosten für die Weiterbildung vom Amt übernommen?
Ja, zu 100 %. Bei Vorliegen der Fördervoraussetzungen (z. B. arbeitslos, arbeitssuchend oder von Arbeitslosigkeit bedroht) übernimmt das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit alle Schulungs- und Prüfungskosten komplett über einen Bildungsgutschein (§ 81 SGB III).
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